Lieber Peter Josef,
"Später gibt es weder gut und schlecht..."
Dort, in diesem "später" bin ich noch nicht. Aber um dorthin zu gelangen, dort wo die Liebe keine Abgrenzung mehr braucht, muss ich meinen Weg markieren. Rechts und links von meinem Weg schlage ich einen Pfahl ein, um mich orientieren zu können....
Tue ich das nicht, verirre ich mich und bleibe irgendwo hängen, wo ich nicht hin will!
Liebe Gabriele, (darf ich Dich noch immer so nennen?)
Wir glauben so gern, dass wir etwas
lernen müssen, es
tun müsssen. Doch das
"später" ist längst da. In dem Moment wo wir uns mit etwas befassen ist es uns schon klar, nur in unserem Bewusstsein möchte es noch ankommen. Menschen die bei mir lernen wollen sage ich:
"Du kannst es niemals lernen, denn es ist alles schon da, nur entdecken, es erkennen brauchst Du es. Alles was ich mache kann jeder andere auch, denn es ist in jedem von uns Menschen, wir haben es nur vergessen! Wie das geht ist für jeden anders. Es gibt viele Wege der Ausbildung und der Erkenntnis, wähle den, der Dir am stimmigsten erscheint. Es gibt nur Lehren und Ausbildungen, gut sind sie alle!"
Dann ist auch die Gefahr dass wir uns erheben, dem so viel Größeren sagen mögen, dass es geschieht weil wir es
wollen! Doch habe ich diesen
freien Willen in dem Moment noch? Oder ist es doch so, dass ich nur meiner Vorsehung folge und beginne meine
Bestimmung zu leben! Ist was
ich will, wirklich von Bedeutung?
Die Kontrolle, die Macht über uns selbst ist uns so wichtig, dass wir uns einbilden es beherrschen zu können.
Welch ein Irrtum!
Ich setze meine Grenzen aber auch nicht lieblos. Zuerst suche ich immer der Weg der Liebe - wird dieser aber nicht angenommen oder respektiert, dann setze ich meine Grenzen anders.
Den Weg der liebe gehen wir immer und bei Allem, doch auch die Liebe tut manchmal weh. Aus Liebe mein Gegenüber zu schonen macht mich unfrei und bringt ihm wenig Veränderung. Dazu nachher noch mehr!
Liebe tut manchmal sehr weh!
Das klingt nun vielleicht sehr selbstgefällig und hart. Das ist es aber nicht. Ich stoße niemanden vor den Kopf. Es ist auch möglich, "nett" Grenzen zu setzen. Jetzt kommt wieder ein von mir so geliebtes Beispiel
:
Wenn ich nicht möchte, dass ich von anderen ausgenutzt werde, dann muss ich ja nicht sagen: "Du kannst mir mal den Buckel runter rutschen, mach es gefälligst alleine!"
Ich kann auch sagen:
"Ich werde das nicht tun, weil ich meine Zeit besser für mich selbst zu nutzen weiß, nicht aber, um dir weh zu tun!"
Mit diesem Satz erhebst Du Dich über ihn, sagst ihm gar, ich bin besser und Du bist zu unbedeutend, als dass ich mich mit Dir beschäftige.
Fühl mal hinein und lass den Satz wirken. Du magst ihn schonen, Du verweigerst ihm den Schmerz und damit Deine Liebe! Da ziehst Du eine Grenze, wo Du auf eine solche verzichten kannst! Da schonst Du Dich auch selbst und verweigerst Dir eine Erfahrung, die zu einer Erkenntnis führen kann!
Wenn wir uns in dem gleich sehen was unser Gegenüber vorzugeben scheint sind wir bei ihm, mit ihm und somit in ihm! Wir sind offen und zugänglich für ihn. Wir sind gleich, niemand ist besser oder schlechter. Du hast etwas zu geben, der andere auch. Jeder Mensch der zu uns kommt gibt uns die Chance etwas geben zu dürfen an dem wir wachsen!
Fortsetzung auf der nächsten Seite!