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Alt 03.07.2008, 00:32
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Rotes Gesicht Leben und Tod....

Hallo ihr Lieben!

Es ist mitten in der Nacht (01:01 Uhr). Ich bin noch mal aus dem Bett gekrochen, weil ich einfach aufgefordert wurde (Baba ist da echt hartnäckig).

Immer wieder muss ich daran denken, wie schlimm es doch ist, wenn man sich von einem geliebten Mensch verabschieden muss. So oder so ist es schwer. Auch wenn man einen geliebten Menschen nach z. B. einer schweren Krankheit in Gottes Hände verabschiedet tut es dann doch weh. Es ist immer zu früh. Wenn wir nicht mit dem Tod rechnen und ein geliebter Mensch stirbt, ist dies so als würde plötzlich das Licht der Sonne verlöschen – ganz ohne „Vorwarnung“. Vieles bleibt ungesagt, vieles Schöne was man noch zusammen unternehmen wollte bleibt offen. Es ist so als hätte man so vieles zu sagen, doch die Stimme ist weg.

Es gibt mir zu denken wie lieblos, rücksichtslos und selbstverständlich ich mit den Menschen umgehe, die ich liebe und die mich lieben. Ich vergesse zu sagen, wie schön es doch ist, dass es sie gibt. Wie sehr ich meinen Lebenspartner/Mann liebe. Wie dankbar ich meinen Eltern, Großeltern und Geschwistern bin. Ich tu es einfach nicht weil eh alles selbstverständlich ist. Nein, verdammt ist es nicht.

Gerade jetzt wo ich mich so mit dem Tod auseinandersetze bemerke ich wieder, dass ich vor meinem eigenen Tod eigentlich keine große Angst habe. Jedoch, wenn es darum geht einen geliebten Menschen „loszulassen“ hab ich ein riesiges Problem. Ja, da kommt mein Ego voll raus – haben/besitzen wollen. Viele Menschen die bereits eine Nahtoderfahrung machen durften beschreiben, den Tod als etwas Wunderschönes. Wenn ich jemanden liebe, dann gönne ich ihm/ihr das Wunderschönste und Beste. Woran liegt es dass wir dann den Tod als so etwas Schauriges ansehen?! Verlust? Besitzen? Angst vor dem „Alleinsein“ auf dieser Welt – die ohne dich einfach scheiße ist?!

Ich weiß nicht, ob mein Herz nicht brechen würde, wenn mein Lebenspartner / Mann schon jetzt sterben würde. Ich bin mir dessen bewusst, dass man irgendwann von einander Abschied nehmen muss, doch nicht jetzt. Egal, wann dieses JETZT kommt, es scheint immer zu früh zu sein.

So eine lähmende Hilflosigkeit macht sich in mir breit. Ich kann nichts dagegen tun – kein Mensch kann was tun. Logisch werdet ihr sagen, der Tod ist einfach so.
Man ist es gewöhnt sehr „selbstbestimmt“ durchs Leben zu gehen. Dabei vergisst man doch eines: „Nicht mein Wille geschehe – sein Wille geschehe!“

Ja, ich habe die Wahl.
Ich kann…
…1. mich vor jedem einzelnen Tag der kommt fürchten und höllische Angst haben, dass ich oder ein geliebter Mensch stirbt.

oder…

…2. Ich vertraue auf Gott und genieß mein Leben. Ich meine damit, dass ich mein Leben und das Leben meiner Lieben in die Hände Gottes lege. Dadurch, dass eh sein Wille geschieht (scheiße – ob ich will oder nicht) ist das doch die einfachere Lösung. Ich vertraue! Nicht mein Wille geschehe, sein Wille geschehe!

Ja, ja ich weiß – das schreib sich einfacher als es ist. Ich habs noch nicht drauf - da hab ich noch eine Menge zu lernen - harter Stoff!

Hab in dem Buch „Geheimnis Sterben“ von Bernard Jakoby ein berührendes Gedicht über Verlust gefunden:

Ich habe dich verloren.
Heißt das nicht auch,
dass ich dich gefunden habe?

Ich spüre deine Nähe
im Lächeln des Windes
und im Pochen des Herzens.

Du bist bei mir
in den Tagen meiner Trauer,
selbst, wenn ich dich nicht sehe.

Ich spüre deinen Trost,
wenn du in meinen Träumen
mir begegnest und lächelst.

Du bist nicht verloren,
weil du
ein Teil von mir bist.

Kein Verlust, keine Trauer
vermag Liebe zu zerstören,
weil sie ewig ist.

Ich habe dich nicht verloren,
weil du ein Teil von mir bist:
Ich kann dich nie verlieren.


Mich würde echt interessieren was ihr über das Thema LEBEN und TOD denkt. Bitte helft mir, auch andere Perspektiven zu sehen und zu verstehen. ***DANKE***

So jetzt geh ich schlafen - hoffentlich !??

Von Herzen alles Liebe
Elisabeth
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