Liebe Elisabeth
wen immer Du verloren hast, ich weiss es nicht, aber Du hast mein grosses Herz und Mitgefühl und Trost, soweit ich ihn Dir schenken darf.
Du hast ein sehr schönes wie schweres Thema aufgegriffen - ich finde das sehr mutig, wie Deine Worte auch sehr berührend, sind sie so "lebensnah".
Ich glaube darüber kann man viele Meinungen gleichzeitig haben
Ich meine aber, dass wir Menschen verlernen, im JETZT zu leben. Den Moment zu leben, er ist das, was wir haben...Vergangenheit ist vergangen und Zukunft noch un-gelebt. Je mehr wir im Jetzt leben, je bewusster wir dies tun, desto mehr sind wir bei uns und mit unseren Mitmenschen (ich wünschte, ich könnte es besser, als es mir gelingt). In Momenten des Abschieds, Schmerzes, Krankheit etc wird uns bewusst, wie kostbar es doch ist, hier auf Erden sein zu dürfen, um ein Leben und eine Aufgabe zu erfüllen und wie wunderbar, dass wir dabei Menschen begegnen, die uns begleiten, die uns fordern, die uns lieben.
Der Mensch und sein Ego denke ich, wollen so gerne "festhalten" und so schwer lässt sich dieser Wunsch verwirklichen, weil das Leben "im Fluss" ist und nicht statisch. Damit kommen wir meist garnicht klar und das loslassen wird so mehr zur Aufgabe und Qual, denn zum natürlichen Lebens-fluss (auch ich lerne hier noch sehr).
Wer auf Gott und das Leben vertraut (und ich auch auf ein Leben nach dem Tode), der weiss, dass nur der Körper geht und in einer "anderen Dimension oder Welt" die Seele weiterlebt. Wir können sie nicht immer sehen oder direkt mit ihnen sprechen, aber wir können lernen, auf iher Zeichen zu achten...so sind wir nicht allein.
Ich möchte Dir gerne eine persönliche Geschichte hierzu erzählen, wenn Du erlaubst:
Ich hatte letzte Woche eine Endoskopie zu überstehen und obwohl ich das Procedere gut kenne, habe ich jedesmal Angst davor. Der Arzt liess mich lange warten, was die Situation nicht besser machte und das Betäubungsmittel allmählich die Kurzzeitwirkung aufgab. In dieser doch etwas drögen Situation hatte ich "ganz plötzlich das Gefühl", das meine seit 6 Jahren verstorbene OMA um mich war. Für den Bruchteil von Sekunden, glaubte ich sie anwensend (klingt vielleicht komisch und wirr, empfand ich aber so). Womit immer ich sie unbewusst gerufen habe, sie war DA! Unmerklich und ich glaubte zu hören, dass sie mir sagte: locker lassen, du schaffst das, keine Angst ich bin da.
Jetzt ist die Frage von Dir doppelt spannend: Was ist Leben und was Tod?
Ist der Tod die Schwelle in ein anderes Leben in eine andere Welt? Ist es eine Illusion - ich glaube nicht aber ich glaube, so weit weg, wie wir die Trennung empfinden durch unseren Verstand ist es vielleicht garnicht und noch weniger, wenn wir auf unser Herz und Gottes Stimme hören.
In Liebe
Jamila