liebes Nilpferd, lieber Schmetterling,
ich unterbrech jetzt mal eure wichtigen Durchsagen - bitte macht nach mir sofort so weiter wie bisher - mir ist was zum thread-Thema in den Schoß gefallen.
ich rezensier grad ein zynisches, bitterböses und für mich sehr, sehr berührend zu lesendes Buch, das sich "Deus Formicarum" - also "Der Gott der Ameisen nennt".
Da schafft sich ein Mensch ein nach außen hermetisch abgeschlossenes Paradies - stark in Anlehnung an das alte Testament. Und kürt sich zum Gott der Ameisen, die sein auserwähltes Volk werden. Er "liebt" sein Volk wie ein mechanistischer, unerbittlicher, kontrollierender Systemgott (meine Definition, Anm.). solange es ihn ehrt, respektiert und ihm dient, solange hält er seine schützende Hand via computergesteuerter Naturtechnologie über sie. fangen sie an zu "denken" und um Erkenntnis zu ringen, setzt er "voller Liebe" und auch ein bissel weh ums Herz künstliche Naturkatastrophen ein, um sie zu "bekehren" und beinah auszulöschen. das Buch wimmelt vor unausgesprochener Parallelen zu uns Menschen, zu unserem "liebevollen" Führungsstil, zu unserer Suche.
pfoah, ich sag euch - ich hab das Buch fünf Mal weggelegt weil ich nicht weiterlesen wollte. so ein überdeutlicher Spiegel - so auf den Punkt gebracht. und dieser Systemgott nennt sich dann auch noch Gott - und ist natürlich ein menschlich gedachter Gott.
ja, mir sind spirituelle LehrerInnen wesentlich lieber, mit ihrer Art als Projektionsfläche zu dienen und sich daran ebenfalls weiter zu entwickeln. ohne Anspruch auf herrschende Göttlichkeit, die nur das Herrschen und Geliebt Werden zum Ziel hat.
müde
Liza
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