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  #1 (permalink)  
Alt 17.04.2008, 14:11
Benutzerbild von Indigo
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Registriert seit: 04.03.2008
Ort: am Fuße der Saualpe
Alter: 35
Beiträge: 315
Indigo wird schon bald berühmt werden
Idee Durst nach Antworten

Ein Philosophie-Professor besuchte den Meister Nan-in und befragte ihn nach Gott, nach dem Nirvana, nach Meditation und vielem anderen mehr. Der Meister hörte still zu – Fragen über Fragen über Fragen. Dann sagte er: „Du siehst müde aus. Du hast diesen hohen Berg erklommen; du kommst von weit her. Ich möchte dir erst einen Tee machen.“ Und so bereitete Nan-in Tee für seinen Gast.
Der Professor wartete – er brannte innerlich vor Ungeduld, weitere Fragen zu stellen. Und während der Meister Tee aufsetzte, der Tekessel zu singen begann und das Aroma des Tees langsam den Raum erfüllte, sagte Nan-in zu dem Professor: „Warte noch einen Moment, sei nicht so in Eile. Wer weiß, vielleicht beantworten sich deine Fragen ja durch das Tee trinken? Oder sogar schon vorher?“
Der Professor war ratlos und dachte bei sich: „Die ganze Reise war umsonst. Dieser Mann scheint verrückt zu sein. Wie können meine Fragen nach Gott durch Tee trinken beantwortet werden? Welchen Sinn soll das machen? Es ist wahrscheinlich das Beste, hier so schnell wie möglich zu verschwinden." Andererseits fühlte er sich müde und eine Tasse Tee würde ihm sicher gut tun, bevor er mit dem Abstieg begann.
Der Meister nahm den Kessel und goss dem Professor eine Tasse Tee ein – und goss und goss und goss. Die Tasse war längst voll und der Tee begann überzulaufen und sich in die Untertasse zu ergießen. Trotzdem hörte Nan-in nicht auf zu gießen. Irgendwann war auch die Untertasse voll. Noch ein einziger Tropfen, und der Tee wäre auf den Boden getropft. Da rief der Professor: „Stopp! Was machst du denn da? Bist du verrückt? Siehst du denn nicht, dass die Tasse voll ist? Siehst du denn nicht, dass auch die Untertasse voll ist?“
Der Zen-Meister antwortete: „Genau so verhält es sich mit dir. Dein Verstand ist so angefüllt mit Fragen, dass selbst dann, wenn ich dir antworten würde, in deinem Kopf gar kein Platz für die Antworten wäre. Aber du machst einen intelligenten Eindruck. Du hast erkannt, dass ein einziger Tropfen mehr, die Tasse und die Untertasse zum Überlaufen bringen kann, und der Tee sich auf den Boden ergießen wird. Genau so ist es mit deinen Fragen, seit du gekommen bist: Auch sie ergießen sich überall im Raum. Mein Haus ist klein, aber übervoll mit deinen Fragen. Geh` zurück, leere deine Tasse und komme dann erst wieder. Schaff ein wenig Platz in Dir.“



Jemand, der ständig Fragen stellt, begibt sich ins undurchschaubare Dickicht der Philosophie. Erlaube deinen Fragen, zu kommen und wieder zu gehen. Blicke auf die Vielzahl der Fragen so, wie du Menschen auf der Straße betrachtest – nichts nehmend und nichts gebend, mit einem Gefühl der Losgelöstheit, als stündest du weit abseits…
Je größer die Distanz zwischen dir und deinen Fragen ist, desto besser. Denn es ist genau diese Lücke, in der sich die Antwort zeigt.



Alles Liebe und Gute
Ines
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  #2 (permalink)  
Alt 18.04.2008, 08:23
Benutzerbild von Der Seelenfels
Fragend
 
Registriert seit: 16.04.2008
Beiträge: 204
Der Seelenfels befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Angekommen

Liebe Ines,

danke erstmal für Deine Antwort von gestern, das war nun für mich eine angenehme Überraschung, ich freue mich hier zu sein!

- Fragen über Fragen. Wenn ich mit Menschen arbeitet stellen sich mir viele Fragen. Doch was ist die Absicht der Frage. Im Duden steht, dass Frage eine Bitte um Antwort ist. Doch an wen richten wir die Bitte. Was in uns will wissen und wer soll die Antwort bekommen. Wissen wollen lähmt die Wahrnehmung. Frage als Anregung bringt etwas in Bewegung.
Deshalb sollte die Frage nicht größer sein als die Antwort Platz braucht, dann läuft die Tasse nie über. Der Mensch ist mit der Antwort nicht überfordert und die Frage wirkt in der Seele und findet die Antwort selbst. Antworten fühlen erhöht das Fassungsvermögen, sie gleichzeitig verstehn wollen bringt alles zum Überlaufen. Mit Geduld kann ich die Tasse austrinken und frischen Tee eingießen.

Danke für Deine Beiträge sie sind sehr anregend für mich und ermöglichen mir meine Wahrnehmungen zu formulieren.

Eine liebevolle Umarmung für Dich Ines

Peter Josef
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  #3 (permalink)  
Alt 18.04.2008, 11:49
Benutzerbild von Matthias A. Exl
Administrator
Enthusiastisch
 
Registriert seit: 19.02.2008
Ort: Kärnten
Beiträge: 926
Matthias A. Exl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Daumen hoch Wie wahr

wahrlich ein schöner Beitrag Ines... Dies ist für mich das Erfühlen, Erspüren und Erfahren gegenüber dem "Wissen". Wie auch bei Reiki. Sehr viele haben wir begleitet, die das Wissen absorbiert haben und die Anwendung davon nicht mehr als nötig empfinden. Sie "wissen" ja, wie es geht. Es gibt zwar viele Fragen, doch integriert, erspürt und erfahren haben diejenigen, die den Weg der Verwandlung gehen und "tun". Auch sehen wir den selben Effekt bei unseren Gebeten, die wir geben: "Ich weiß ja eh alles was darauf steht"... spüren tun sie es sehr oft nicht. Danach ist leider die Sache dann auch schon abgehakt, denn "ich habe es ja nicht mehr notwendig, ich weiß das eh...". Und so beraubt man sich der eigentlichen Erfahrung.
Daher immer meine Hoffnung, das man die Bücher beiseite legt und man anfängt, aktiv durch tun und erfühlen die Dinge zu erfahren. Dies ist durch die Interaktion und Arbeit mit den Mitmenschen sehr gut möglich...

von Herzen alles Liebe,
Matthias
__________________
Matthias A. Exl, MBA
Heilerschule Herzenssache
http://www.herzenssache.org
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  #4 (permalink)  
Alt 18.04.2008, 16:15
Benutzerbild von Indigo
Super-Moderator
Inspiriert
 
Registriert seit: 04.03.2008
Ort: am Fuße der Saualpe
Alter: 35
Beiträge: 315
Indigo wird schon bald berühmt werden
Standard Ich selbst

Ein herzliches Hallo an euch lieber Peter Josef und lieber Matthias!

Behalten wir unsere neue Denkungsart und Reaktionsweise bei, führt dies zu völliger Heilung. Wir werden, wie es in der Bibel heißt, von Gott umgewandelt, "damit unser ganzes Denken erneuert wird." Wir haben dann unsere geistige und gefühlsmäßige Reaktion auf andere verändert; im Endergebnis haben wir die Herrschaft über uns selbst erlangt.
Jetzt können wir selbst bestimmen, welche Richtung unsere Gedanken und Gefühle nehmen sollen. Wir sind König in unserem Reich (dem Geist). Wir sind hier um die Kontrolle zu haben, und nicht, um von zornigen, verwerflichen Gefühlen kontrolliert zu werden.

Und jetzt lieber Peter Josef, ist der Denker in mir ich SELBST. Ich selbst stelle mir die Fragen und nur in mir selbst bekomme ich die Antworten. Jede Frage kann nur von uns SELBST beantwortet werden. Vorher frägt der Verstand, und versteht die Antworten aber nicht, da er von außen zu sehr manipuliert wird. Er hat noch nicht ERFAHREN. Das Ego läßt die Erfahrung nicht zu.

Ja Matthias! Leider lesen zwar sehr viele Menschen tolle Bücher, aber leider leben die die Erfahrungen dann nicht. Ich glaube sie Vertrauen nicht. Sie haben Angst es überhaupt erst einmal auszuprobieren. Schade! Aber auch die werden irgendwann mal verstehen. Oft machen sie 100 mal den gleichen Fehler und lernen nicht daraus. Sie verstehen nicht, dass erst wenn man aus den Fehler gelent hat, dieser Fehler nicht vorkommen kann. Es ist so EINFACH, aber für den Verstand UNVERSTÄNDLICH.

Alles Liebe und Gute
Ines
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