Krishnas Herausforderung an Arjuna
Die Dimension des Spielerischen sollte man auf sein ganzes Leben anwenden. Gehe bei allem, was du tust, so vollkommen in der Handlung auf, dass das Ergebnis keine Rolle spielt. Das Ergebnis wird kommen, es muss kommen, aber es ist nicht in deinem Kopf. Du spielst nur, du genießt es einfach. Das meint Krishna, als er während der Mahabarata, dem großen Krieg, der in der Bhagavad Gita beschrieben ist, zu seinem Schüler Arjuna sagt, er solle die Zukunft in den Händen Gottes lassen. „Das Ergebnis deiner Handlung liegt in der Hand Gottes. Du handelst einfach.“ Auf diese Weise „einfach zu handeln“ ist das dann wie ein Spiel. Arjuna fällt es sehr schwer, dies zu verstehen, denn er sagt, wenn es nur ein Spiel ist, wozu soll man dann töten und kämpfen? Doch das ganze Leben Krishnas ist nur ein Spiel. Einen so unernsten Mann findet man selten. Sein ganzes Leben ist nur ein Spiel, ein Schauspiel, ein Theaterstück. Er genießt alles, aber er nimmt es nicht ernst. Er genießt es, aber sorgt sich nicht um das Ergebnis. Was geschieht, ist unwichtig. Für Arjuna ist es schwierig, Krishna zu verstehen, denn er ist berechnend, er denkt an das Endergebnis. Zu Beginn der Gita sagt er: „Die ganze Angelegenheit erscheint mir absurd. Auf beiden Seiten stehen meine Freunde und Verwandten, um gegeneinander zu kämpfen. Wer immer gewinnt – es wird ein Verlust für mich sein, denn meine Familie, meine Verwandten, meine Freunde werden vernichtet. Selbst wenn ich gewinne, wird es nichts wert sein, denn wem soll ich meinen Sieg zeigen? Siege sind wichtig, weil sich die Freunde, Verwandten und die Familie darüber freuen. Aber es wird keiner da sein. Der Sieg wird ein Sieg über Tote sein. Wer soll mich dafür anerkennen? Wer wird sagen: "Arjuna, du hast große Taten vollbracht?" Egal, ob ich gewinne oder verliere – es kommt mir absurd vor. Das Ganze ist unsinnig.“ Er will darauf verzichten. Er ist todernst, und jeder, der berechnend ist, ist so todernst. Der Schauplatz der Gita ist einzigartig. Der Krieg ist die allerernsthafteste Angelegenheit. Man kann damit nicht spielerisch umgehen, denn es geht um Leben, das Leben von Millionen – damit darf man nicht spielen. Krishna besteht jedoch darauf, dass du selbst dann spielerisch sein sollst. Denke nicht daran, was dabei herauskommt, sei einfach hier und jetzt. Sei einfach ein Krieger, der spielt. Mache dir keine Sorgen um das Ergebnis, denn das Ergebnis liegt in Gottes Hand. Und es geht nicht einmal darum, ob das Ergebnis in Gottes Hand liegt oder nicht. Es geht darum, dass es nicht in deiner Hand liegt. Du sollst es nicht tragen. Wenn du es mit dir herumträgst, kann dein Leben nicht meditativ werden.
Dein Kopf treibt sein Spiel unendlich weiter. Das Ganze ist wie ein Traum in einem leeren Raum. Beim Meditieren musst du zuschauen, wie deine Gedanken herumtoben wie Kinder, die spielen und herumspringen, weil sie überfließende Energie haben, das ist alles. Gedanken springen und tollen herum. Es ist nur ein Spiel – nimm es nicht so ernst. Auch ein schlechter Gedanke kommt – habe keine Schuldgefühle. Oder wenn du einen ganz großartigen Gedanken hast, einen sehr guten Gedanken – dass du der Menschheit dienen und die ganze Welt verändern willst, dass du den Himmel auf Erden erschaffen willst – dann lass dein Ego davon nicht zu groß werden, meine nicht, du seiest jetzt so großartig. Es sind nur herumtollende Gedanken. Manchmal gehen sie nach unten; manchmal steigen sie nach oben – es ist nur überfließende Energie, die viele Formen und Gestalten annimmt.
Alles Liebe und Gute
Ines
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