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Thema: Herbst-Depression?

  1. #1
    Super-Moderator Weise Sabine I. Exl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Sabine I. Exl
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    Frage Herbst-Depression?

    Wieder mal so ein Thema aus gegebenen Anlass....
    Jedes Jahr, genau so wie die Blätter beginnen von den Bäumen zu fallen, fallen viele Menschen in eine Depression. Warum passiert ihnen das? Schauen wir uns einmal an, was im Herbst so passiert, wofür er steht:
    Das Licht wird schwächer und weniger. Die Wärme geht abhanden, es wird kühler. Die Blüte des Lebens/des strahlenden Sommers verblasst allmählich und geht in gedämpfte Töne über oder verschwindet ganz - spätestens im Winter im gleichmachenden Weiss. Herbst ich auch Erntezeit - wir dürfen ernten, was wir gesät haben. Hoffentlich haben wir genug gesät, haben den Boden vorher fruchtbar gemacht, die Pflänzchen brav gegossen und gepflegt, auf dass sie reichlich Früchte tragen konnten.
    Und all dies spiegelt sich nun in uns wider. Wir können nur ernten, was wir gesät haben, ansonsten stehen wir nun vor leeren Töpfen und die Panik kommt hoch. Dafür kann aber weder die Pflanze noch Gott etwas - wir waren der Gärtner, der seine Arbeit nicht gewissenhaft erledigt hat! Und wenn wir nicht unsere eigene Herzenswärme gehegt und gepflegt haben, nicht an ihr gearbeitet haben, sondern uns nur an der Sonne im Außen gewärmt haben (nicht nur an der Sonne, sondern an der Wärme anderer Menschen), dann wird uns nun kalt werden, weil die Glut in uns erloschen ist. Und wenn wir unser eigenes Licht nicht gepflegt haben, sondern uns lieber in das Licht der anderen gestellt haben, dann wird unsere Flamme inzwischen ausgegangen sein oder nur noch flackern.
    Ganz kurz gesagt: wer nicht an sich gearbeitet hat, sondern nur die anderen arbeiten ließ, wer nur im Außen war und nicht im Innen, der hat nun den Katzenjammer. Und wieder wendet er sich nach aussen, jammert das Außen an, warum es das zulässt und begehrt Hilfe vom Außen.
    Das ist der Moment, wo man von Außen natürlich auch hilft, aber die beste Hilfe ist die, den anderen in seinen eigenen Garten zurückzuführen und ihn das Gärtnern zu lehren. In diesem Sinne: euch allen eine reichliche und gesegnete Ernte und ein Aufruf an alle Gärtner: seid gute Lehrmeister (aber nur, wenn man euch darum bittet)!
    Alles Liebe, Sabine

  2. #2
    die Konia
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    Liebe sabine,

    das hast du schon geschrieben, so Bildlich.
    Ich mag den herbst sehr gerne, da kommt bei mir so ein gemütlichkeits gefühl hoch, von warm einmummeln, Kamin an und ein vielleicht ein schönene Roman ans Herz. Schade habe keine Kamien in meinem Zimmer.

    Ich habe reichtlich gesät, mal sehe, was ich Ernten darf.

    liebe grüße Konia

  3. #3
    Super-Moderator Weise Sabine I. Exl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Sabine I. Exl
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    Ja, Kamin, Feuer knistert, Kastanien duften, ein tolles Buch und eine kuschelige Decke - ach ja, das klingt gemütlich!!

  4. #4
    Fragend Weiße Taube befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Weiße Taube
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    klingt nicht nur sondern is es auch!!! *smile*
    Also das mit dieser Herbstdeprsion is meiner meinung betracht sache. Für mich ist der Herbst-Winter die Zeit wo ich mich zurück ziehe meine Kräfte auf das wesentliche Konzentriere und alles unnötige- die Blätter- alle abwerfe und versuche wieder neue Knospen zu bilden die im Frühjahr wieder Blühen sollen. Und ich soll wieder wachsen und neue Zweige bilden und dafür brauch ich kraft und strategien und wiederum dafür brauch ich im Herbst-Winter meine ruhe.

    Liebe Grüße an alle
    Weiße Taube

  5. #5
    Selma
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    Standard Herbstzeitlose

    Ihr lieben Alle!

    Ja, der Herbst ist eine geeignete Jahreszeit um in seinen eigenen inneren Garten zu finden.
    Wenn wir die wissenschaftlichen Erklärungen für alle Ereignisse in der Natur weniger ernst nehmen und uns wie die Kinder mit staunenden und großen Augen umsehen, werden wir ein Freudenfest wahrnehmen, mit dem uns Mutter Natur beschenkt, wo sie aber gleichermaßen den Abschied, wie auch die Ankunft des Lebens mit uns feiern möchte. Nie ist das Rot und das Gelb kraftvoller und leuchtender und nie ist das verhaltene, stille und gedämpfte Licht sanfter und geduldiger als im Herbst.
    Überall bemerken wir die Fülle und überall erkennen wir die Einladung zur Einkehr, zum Innehalten und zur Sammlung.
    Ich liebe den Herbst. Im eigenen Leisewerden und in der Hingabe an das, was ist, fällt es mir sogar leichter meinen Garten sich selbst zu überlassen und wie ein Gast mich an dem zu freuen, was mir gegeben ist.

    So ähnlich geschieht uns dann im Herzen oder in unserer Seele. Es ist wie ein Raum geben dem, was immer in uns ist, das wir aber in unserer Geschäftigkeit so leicht vergessen. Da können dann plötzlich Worte heraufsteigen, die uns wie Lieder feierlich machen oder Aussichten entstehen, die ein himmlischer Fotograf uns ins Lebensalbum getan hat...
    Der Blick fällt dann manchmal auf einen Baum, einen Stein, einen Menschen, den wir so gut zu kennen glauben, weil wir es oder ihn seit Jahren und Jahrzehnten anschauen und er oder es uns altvertraut ist, - und doch wundern wir uns und sind überrascht, dass wir Es oder IHN noch nie gesehen haben...

    Ich wünsche Euch allen einen "Wunder-vollen" Herbst.

    Eure Selma

    PS.: Der Krokus, der im Herbst blüht, heißt Herbstzeitlose und zählt zu den Zeitlosengewächsen.

  6. #6
    die Konia
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    Liebe Selma,

    Das hast du aber schön geschrieben.

    liebe grüße Konia

  7. #7
    Moderator Weise Lichtblicke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Lichtblicke
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    liebe Sabine, liebe Alle,

    ich bin mir nicht so sicher, ob der Herbst ausschließlich eine Sache des Erntens ist. und Herbstdepressionen auf mangelnde GärnterInnenarbeit des Frühjahrs und Sommers zurückzuführen sind. dieses Stehen vor leeren Töpfen ist für mich ein Bild des Mangels, das es in meinen Augen nicht gibt. unsere Töpfe sind meiner Meinung nach manchmal ausgetrocknet, manchmal überdüngt, von Unkraut überwuchert - aber niemals leer.

    ich meine wir leben in einem System, das sehr leistungsorientiert strukturiert und aufgebaut ist. seit ich hier auf diesem Planeten lebe habe ich mit dem schwächer Werden des Lichts das Gefühl, als würden sich ähnlich einer Pflanze alle meine Kräfte nach innen zurückziehen. Wenn ich außen blass und durchscheinend, nachdenklich und abwesend daher komme, ist innen eine Menge los. das kann leicht falsch interpretiert werden - sogar von mir selber. bei mir ist in diesen Zeiten viel Reflektieren, Neuordnen, Spüren, Integrieren etc pp angesagt.

    Natürlich kommen auch Gefühle hoch, die "depressiv" eingestuft werden könnten - und jede Depression ist und war für mich ein Hinweis, eine Chance, tiefer in mich Hineinkommen, in tiefere Schichten zu der vorzudringen, dei ich bin.

    Auf was ich eigentlich hinaus wollte - vielleicht wird im Herbst sichtbar, dass wir im Außen nicht so leisten wollen, können, dürfen. weil wir Lebewesen sind, die mit dem Wenigerwerden des Lichts mehr Schlaf- und Ruhebedürfnisse haben, die uns nach einem starken Jahr zustehen - um uns zu regenerieren. vielleicht ist die Volkskrankheit "Depression" nur ein Sichtbarwerden dieses Bedürfnisses? eines natürlichen Prozesses, von dem wir uns abgeschnitten haben? ein Spiegel, in den wir schauen dürfen?

    meine liebste Jahreszeit ist und bleibt der Frühling - und ich liebe den Sommer, den Herbst und den Winter. und freu mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn die ersten Blätter und Blüten wieder austräumen - für mich bleibts ein Wunder nach all dem Rückzug.

    alle(s) Liebe euch allen
    Liza

  8. #8
    Neugierig Delphin befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Delphin
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    Standard Kompliment!!

    Liebe Selma!
    ich liebe deine Art zu schreiben, die so bildhaft ausdrückt, was mir am Herzen liegt!
    Herzlichst Astrid

  9. #9
    Super-Moderator Weise Sabine I. Exl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Sabine I. Exl
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    Liebe Liza, ja, es gibt nie leere Töpfe. Und liebe Selma, ja, die Farben des Herbstes sind wunderbar. Ich stimme mit euch allen überein. Und ja, wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Diese Gesellschaft bewertet uns so sehr nach unseren äußerlich sichtbaren Leistungen, dass viele dadurch vergessen haben, wonach sie wirklich streben sollten.
    Ich habe mit diesen Posting auch nicht diejenigen ansprechen wollen, die sich stetig um ihre innere Fülle bemühen, sondern diejenigen, die vielleicht davon reden, aber hoffen, dass es sich halt irgendwann ausgeht, wenn der Job es erlaubt, oder die finanziellen Nöte, oder die emotionalen Zustände, oder dass da vielleicht jemand ist, der das für einen erledigt. Es tut mir leid, wenn ich manche damit vor den Kopf stosse, aber: die Menschen sind in spiritueller Hinsicht faul. Die Konsumgesellschaft hat sie vergessen lassen, dass es etwas gibt, das man nie kaufen an - das innere Glück, die Verbindung zu Gott, zur inneren Göttlichkeit.
    Diejenigen wollte ich ansprechen. Ich tue das aber nicht, weil ich wütend auf sie bin oder so. Ich tue es, weil sie mir alle wichtig sind. Ich nehme sie gerne alle in den Arm, aber manchmal muss man sie auch anschubsen. Ich spreche von spiritueller Disziplin, deren es genauso bedarf. Ansonsten wird mich mein Ego lenken und nicht mein Höheres Selbst. Und die Äpfel fallen nicht von einem Baum, den ich nicht gepflanzt, gegossen und gehegt habe - das macht keiner für mich! Und damit meine ich nicht, dass ich etwas "leisten" muss, arbeiten muss im "erdigen" Sinne. Es bedarf der Liebe - der Liebe zu mir selbst und zu Gott. Diese zu erlangen ist für viele Menschen schwieriger als der härteste Job auf Erden. Wenn ich mich aber nicht darum bemühe, mich nicht danach auf die Suche mache, werde ich nie Gott und mich selbst sehen können, wie wir schon seit Anbeginn mit ausgestreckten Armen und voller Liebe warten.
    Es genügt nicht, die Dinge zu wissen, sie müssen erfahren werden. Und dafür muss ich mich bewegen und nicht dasitzen und warten.

    Alles Liebe,
    Sabine
    Geändert von Sabine I. Exl (28.09.2008 um 20:46 Uhr)

  10. #10
    Moderator Weise Lichtblicke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Lichtblicke
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    liebe Sabine,

    damit keine Missverständnisse aufkommen - du hast mich nicht vor den Kopf gestoßen. und es würde mir nix machen, wenn es doch so wäre - dann hätte ich ja was anzuschauen und ich wäre dankbar.

    mir hat was gefehlt - und das wollte ich mit meiner Perspektive erweitern. ich bin sicher, es gibt hier im Forum noch viele Perspektiven auf den Herbst und seine Symbolik...

    ich kann dich schon verstehen. grundsätzlich. auch dein Bedürfnis, Disziplin und Eigenverantwortung anzusprechen. es stimmt, dass viele Menschen darauf warten, dass ihnen geholfen wird. auch das wird seine Gründe haben.

    mein ganz persönliches Lern- und Lebenstempo ändert sich ständig, hat einen ganz eigenen Rhythmus, den ich nicht immer durchschaue. meistens erst hinterher. eines weiß ich mittlerweile sehr, sehr gut: ich bin so gemacht, dass ich nach intensiven Lernprozessen und Herausforderungen mindestens, mindestens (!) doppelt so viel Zeit brauche, um das Gelernte körperlich und seelisch zu integrieren. es erfordert meine ganze Disziplin, da ruhig und gelassen zu bleiben. zu vertrauen, dass sich der nächste Schritt erst zeigen wird, wenn die Zeit reif ist. zur Zeit bin ich wieder in so einer Phase des Integrierens. ich wende ständig Werkzeug an, das ich in den letzten Jahren vom Leben, von der Schöpfung zur Verfügung gestellt bekam. und ich bin langsam. und mittlerweile liebe ich meine Langsamkeit in diesen Dingen. obwohl ich nach außen und beruflich ein Quirl bin, dessen Tempo viele Menschen befremdet. innen hat der Quirl keine Chance, da übersieht er zuviel :-)

    ich war heute mit meinem Liebsten in der Nähe von Neumarkt spazieren - der Wald riecht so gut, die Sonne wärmte endlich mal wieder, samtäugige Kühe und Kälber haben jeden unserer Schritte im weichen Waldboden beobachtet, ein Hagebuttenzweig drängte sich mir in den Weg und bettelte hörbar um Wahrnehmung und Mitnahme in die Wohnung, die Luft war herrlich klar, die ersten glänzenden Spinnweben wirbelten durch die Luft und raunten vom beginnenden Altweibersommer - meine wolkenbedingte Müdigkeit der letzten Tage ist wie weggeblasen...

    schönen neuen Wochenbeginn rundherum

    Liza

  11. #11
    Super-Moderator Weise Sabine I. Exl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von Sabine I. Exl
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    Liebe Liza,
    danke für deine schönen Zeilen und dass ich ein Stück mitgehen konnte bei deinem Sonntagsspaziergang! Es war ja auch wirklich wunderbar herbstlich schön gestern!
    Ach ja, und was die Langsamkeit anbelangt: da hab ich auch so einen Stempel auf mir, wo dieses Wort steht - ich nenne es inzwischen Besonnenheit. Muss nur immer aufpassen, dass es nicht in Trägheit abgleitet......aber der Chef da oben tritt mich dann eh immer rechtzeitig liebvoll in den Allerwertesten....
    Ich wünsche dir auch einen schönen Wochenbeginn!
    Alles Liebe, Sabine

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